Buchstabenregen  


Eine persönliche Liste

30 Jahre — 30 Bücher

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Vorletztes Wochenende hatte ich Geburtstag. Dreißigsten. Und da habe ich mich, als ich am Tag drauf halb wach, halb vor mich hindösend im Bett lag, gefragt, welche Bücher mich durch mein bisheriges Leben begleitet und welche davon mich ganz besonders beeinflusst haben. Was man halt so tut, wenn man dreißig wird und sich plötzlich etwas erwachsener fühlt als zuvor.

Kurze Zeit später hab ich es allerdings auch schon aufgegeben und bin wieder eingeschlafen.  Nun ja, wer mag’s mir verdenken, bei all den Büchern, die ich schon gelesen habe, sind es sicherlich mehr als dreißig, die in irgendeiner Art und Weise Spuren hinterlassen haben. Allerdings, als ich die Tage nach meinem Geburtstag immer wieder über all diese Bücher nachgedacht habe, da sind dann doch einige immer wieder aufgetaucht. Jedes mit einer Erinnerung oder einem Gefühl oder Gedanken, die klarer waren als der Rest. Und laut. Und deshalb gibt es nun doch eine „30 Bücher für 30 Jahre“-Liste.

 

1) 2) „Frederick“ von Leo Lionni und „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle, weil ich dazu meine ersten Bucherinnerungen habe. Wobei, eigentlich keine konkreten Erinnerungen, eher ein absolut warmes, positives Gefühl.

 

3) „Harry Potter und der Stein der Weisen“ — und dazu gibt es so viele Weils. Auf Hogwarts habe ich meine Kindheit verbracht. Und vermutlich hätte ich mich ohne dieses Buch mit 13 nicht auf den Schüleraustausch nach England getraut. Ich hätte nicht Latein gelernt, vermutlich. Und vor allem hätte ich meine beste Freundin nicht kennengelernt.

 

4) Es gibt Bücher, die kann man immer wieder und immer wieder neu lesen. „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende ist für mich so ein Beispiel. Einer meiner All Time Favourites.

 

5) Ich hatte schon immer einen Faible für Heldensagen, insbesondere für „Das Nibelungenlied“. Nie hat Mittelhochdeutsch mehr Spaß gemacht als mit Brünhild und Co.

 

6) Ich habe mich bisher noch nicht an „Der Herr der Ringe“ rangentraut, obwohl ich seit geraumer Zeit fasziniert davon bin. Und die Filme liebe ich sowieso. „Der Hobbit“ allerdings habe ich verschlungen.

 

7) Als ich angefangen hab, die „Percy Jackson“-Reihe zu lesen, war ich eigentlich längst zu alt dafür. Aber ich hab selten so viel gelacht beim Lesen. Und ich liebe die Art und Weise, wie Rick Riordan griechische und römische Mythologie logisch und klug in unsere heutige Realität einbindet. Außerdem ist Annabeth der Grund, weshalb ich mit Cosplay angefangen habe.

 

8) 9 ) Zwei Jugendbuch-Reihen, die sich in meinen Kopf eingebrannt haben, und die mich thematisch noch heute nicht loslassen: „Vollendet“ von Neal Shusterman und „Himmel und Hölle“ von Malorie Blackman.

 

10)  „The perks of being a wallflower“ von Stephen Chbosky hat mich zutiefst berührt und lässt mich schmerzhaft an meine eigene Schulzeit zurückdenken. Aber das ist ein guter Schmerz. Mit ganz viel Wahrheit. Und einem Hoffnungsschimmer am Ende.

 

11) Meine Schwester war keine große Leserin. Bis ich ihr mein Exemplar von „Die Tribute von Panem“ schenkte. Für sie würde ich mich jederzeit freiwillig melden.

 

12) „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens war meine liebste Schullektüre. Und vermutlich die, über die ich auch nach Schulschluss noch am meisten nachgedacht hab.

 

13) „Anne Franks Tagebuch“ fand ich auf einem Flohmarkt, da war ich so alt wie Anne, als sie anfing Tagebuch zu schreiben. Und ja, das machte beim Lesen etwas mit mir.

 

14) Zum deutschen Erscheinen von „When I was the greatest“ durfte ich Jason Reynolds auf seiner Lesetour begleiten. Und die Gespräche mit ihm hängen mir noch heute im Kopf. Er schreibt phänomenal, aber mit ihm zu sprechen, über ganz alltägliche Dinge, während wir in einer Bar in Berlin Gin Tonic tranken, hinterließ den tieferen Abdruck.

 

15) „Eine wie Alaska“. Weil es mein liebster Roman von John Green ist.

 

16) „Into the wild“, weil es mein Fernweh verstärkt. Mir aber auch einen Stich versetzt, mich gewisse Dinge wertschätzen lässt und mich daran erinnert, dass Materielles gar keine so große Rolle spielen sollte in unserem Leben.

 

17) Ich habe nicht viele Comics zu Hause im Regal stehen, aber ich liebe Superhelden-Geschichten, insbesondere das Marvel-Universum. Spiderman hat schon mein Teenagerherz im Sturm erobert und ist seither mein Lieblingsnerd. Mit Spider-Gwen jedoch wurde eine Heldin geschaffen, mit der ich mich wahnsinnig gut identifizieren kann. Sie könnte quasi mein Alter Ego sein und ist definitiv das Cosplay, das ich am liebsten trage. Deshalb hab ich von ihr auch alle Bände zu Hause.

 

18) Erst habe ich den Film gesehen – Absolut großartig! Nerdiger geht’s nicht! -, Jahre später die Comics für mich entdeckt: „Scott Pilgrim“.

 

19) „How to stop time“ von Matt Haig. Dieses Buch ist ein Schatz. Schlicht und ergreifend.

 

20) „Spinner“, weil es eines der Bücher mit den besten letzten Sätzen für mich ist. Und weil Benedict Wells schreibt wie kein anderer. Melancholisch, ehrlich, eindrücklich.

 

21) Dieses Buch hat mir gezeigt, dass es nicht immer Happy Ends geben kann und muss: „Momente der Klarheit“ von Jackie Thomae.

 

22) „Grimms Hausmärchen“ begleiten mich schon mein ganzes Leben lang. In der Kinderversion, in der düsteren Originalfassung. Ich widmete ihnen meine Bachelorarbeit.

 

23) „Sakrileg“ von Dan Brown, weil mein Onkel es erst meinem Paps, und dann mein Paps mir ausgeliehen hat, und wir am Ende lange Diskussionen führen konnten.

 

24) Ich liebe die Bücher von Cecelia Ahern. Ihre Art zu schreiben bringt mich immer zum weinen und schmunzeln und nachdenken – alles zur gleichen Zeit. Aber die schönste und bleibendste Message hat für mich „Zeit deines Lebens“. Ich erinnere mich, dass ich es gelesen hatte und danach instant mit meiner Familie teilen wollte – also saßen wir eine Zeit lang jeden Abend im Wohnzimmer und lasen uns vor. Ich war 18 und kurz davor auszuziehen.

 

25) Mein schönstes Autorenerlebnis hatte ich mit David Levithan zu „Nick & Norah’s Infinite Playlist“, als er sein Handy zückte und meine ganz persönliche, handschriftlich festgehaltene Playlist zum Buch abfotografierte und mir wünschte, dass all meine Playlists unendlich sein mögen.

 

26) „Rattatatam mein Herz“ von Franziska Seyboldt hat mir erklärt, wie es sich anfühlt, Panikattacken zu haben. Das waren genau die richtigen Worte zur genau richtigen Zeit. Und die haben verdammt geholfen zu verstehen.

 

27) 28) 29) Unbedingt auf die Liste gehören meine Lektorats-Herzensprojekte: „Als ich Amanda wurde“ von Meredith Russo, „Spinster Girls“ von Holly Bourne und „OMG, diese Aisling!“ von Sarah Breen und Emer McLysaght.

 

30) Wann immer ich in England in einem Buchladen bin, suche ich als Erstes nach diesem britischen Klassiker: „Peter Pan“ von J. M. Barrie.

Danke fürs Lesen!

Steffi