Buchstabenregen  


Kreatives Tagebuch, Eintrag III

Ein normaler Junge und das Mädchen aus seinen Träumen

 

In meinem letzten Eintrag wollte ich von euch wissen, welche Assoziationen die Namen Jonas und Margund bei euch auslösen. Also habe ich nun das Gefühl, euch eine Antwort schuldig zu sein. Bevor ich euch also in meinem nächsten Eintrag etwas mehr über mein wöchentliches Schreiben (und warum meine Geschichte noch immer keinen Arbeitstitel, dafür aber einen Stapel vieler, vieler Mindmaps besitzt) berichte, habt ihr heute die große Ehre, ein kleines Bisschen von meinen Protagonisten kennenzulernen: Jonas und Margund, richtig!

 

Wer ist Jonas?

Jonas ist 17 Jahre und hat seit wenigen Monaten sein Abitur. Es steht keine 1 vor dem Komma wie bei seiner älteren Schwester, aber immerhin kann er sich damit für das kommende Wintersemester für den Maschinenbau-Studiengang an der Uni der Stadt immatrikulieren. Passt, findet er. Er mag Physik und Technik, Geschichtsbücher, seine Mützensammlung und Trödelmarktbesuche. Schon des Öfteren hat er dort irgendein altes Teil gekauft und Zuhause in seinem Zimmer etwas komplett Neues daraus gemacht.

 

»Von seiner Decke baumelte ein Porzellansieb als Lampenschirm, das neben der guten Busverbindung in die Stadt wohl der Grund war, weshalb Gerrit und die Jungs sich zum Vorglühen meist bei ihm trafen. Sogar seine Mutter fand, dass dieses Ding ein ›wirklich hübsches Licht‹ warf und hatte sich deshalb für das Speisezimmer ebenfalls eine solche Lampe von ihm gewünscht« (Auszug aus Kapitel 1)

 

Jonas ist ein Beobachter, der so allerhand denkt und zerdenkt, dafür aber nicht allzu viel redet; aber das ist nicht schlimm, weil das Reden in seinem Freundeskreis eh gerne die anderen übernehmen. Nur ein Problem hat Jonas: Seit einigen Wochen träumt er immer wieder von demselben Mädchen.

 

»Er war sich sicher, ihr in der Realität noch nie über den Weg gelaufen zu sein, und trotzdem war sie für ihn so greifbar, als hätte er sie einmal betrunken angerempelt oder als hätte sie ihm im Bus einmal zugelächelt. Normalerweise waren seine Träume diffus und nichts passte zum anderen. Er träumte von Sträuchern, an denen statt Johannisbären gegrillte Würstchen und Röstzwiebeln wuchsen, und von seinem Abiturzeugnis, das sich in eine Luftmatratze verwandelte, mit der er in seinem albernen Anzug erst die Treppen im Schulflur und dann eine Wasserrutsche nach der anderen hinunterschlittern konnte. Wenn er aufwachte, wusste er sofort, dass er geträumt hatte. Wenn er jedoch von ihr träumte, dann war es wie ein Déjà-vu. Er erlebte sie gestochen scharf und wenn er aufwachte, wusste er nicht, ob er tatsächlich geschlafen oder sich nur an etwas erinnert hatte. Manchmal sagte sie ihm Sachen, die er noch Tage danach nicht vergessen konnte. Das alles nervte ihn ebenso sehr wie es ihn faszinierte. Er war schon so weit, sich aus der Stadtbibliothek Bücher zur Traumdeutung auszuleihen.« (Auszug aus Kapitel 1)

 

Ihr könnt euch denken, wer dieses Mädchen ist. Ganz genau, das ist Margund.

 

Wer ist Margund?

Tja, Margund besucht seit einigen Wochen Jonas‘ Träume. Eigentlich begleitet sie ihn sogar schon sein gesamtes Leben – nur hat Jonas bisher nicht sehr viel davon mitbekommen. Warum sie ihm gerade jetzt auffällt und nicht mehr verschwindet, wer sie ist und ob es sie auch außerhalb von Jonas‘ Traumwelt gibt, kann ich euch leider nicht verraten, ohne jegliche Spannung zu nehmen. Nur so viel: Kim, du hattest Recht, als du in deinem Kommentar schriebst: »(…) wäre Jonas für mich eher so der normale Junge, während Margund besonders ist und vielleicht irgendwelche außergewöhnlichen Fähigkeiten mitbringt.«

 

Na, neugierig geworden?

Danke fürs Lesen!

Steffi

Ein Kommentar:

  1. Liebe Steffi,

    das klingt sehr spannend! Die Ausschnitte aus dem Kapitel sind sehr schön und außergewöhnlich geschrieben. Jonas klingt sehr sympathisch und Margund spannend – ich finde das eine gute Mischung! Ich mag deinen Schreibstil, er ist so unverfänglich und doch mit einer Prise Außergewöhnlichem, Phantastischem…

    Herzliche Grüße,
    Rebecca


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