Buchstabenregen  


Buchrezension

Daughter of Smoke and Bone – Laini Taylor

daughter of smoke and bone

Seiten: 496

Preis: 16,99 Euro

  

Fischer FJB Hardcover Erschienen: 23. Februar 2012 ISBN 978-3-8414-2136-4

Der Inhalt:

Auf der ganzen Welt erscheinen mysteriöse schwarze Handabdrücke an Türen. Geflügelte Fremde, die durch einen Spalt im Himmel geschlüpft sind, brennen sie in Holz und Metall. In einer düsteren, unterirdischen Werkstatt hortet ein Wunschhändler menschliche Zähne. In den engen Gassen von Prag füllt eine junge Kunststudentin mit blauen Haaren ihr Skizzenbuch mit Monstern. In der pulsierenden Altstadt von Marrakesch trifft sie einen Fremden mit feuerfarbenen Augen – und eine Liebe beginnt, deren Wurzeln tief in eine gewalttätige Vergangenheit reichen.

 

Der erste Satz:

Es war einmal, da verliebten sich ein Engel und ein Teufel ineinander.

 

Meine Meinung:

›Daughter of Smoke and Bone‹ hat mich schwer beeindruckt, als ich es 2012 las. Mittlerweile habe ich auch die beiden Folgebände verschlungen. Laini Taylor schafft es mit ihrer ›Zwischen den Welten‹-Trilogie von der Thematik bis hin zum Schreibstil, den Leser gefangen zu nehmen und zu überraschen.

Im Grunde ist es eine uralte Geschichte. Sie handelt von Engeln und teufelsgleichen Wesen, von dem ewigen Krieg zwischen diesen beiden – und der Frage nach Gut und Böse. Und sie handelt von der Liebe; von einem Engel namens Akiva, einem Mädchen mit lapislazuliblauen Haaren und einem Geheimnis, das sie beide betrifft.

Karou studiert Kunst in Prag. Mit ihren fantasievollen Zeichnungen von Wesen, die halb Mensch, halb Tier sind, ihren blauen Haaren und den auffälligen Tattoos in ihren Handflächen, erweckt sie die Aufmerksamkeit vieler Leute. Dass sie diese zu ihrer eigenen Sicherheit trägt, weiß natürlich niemand – nicht einmal sie selbst. Überhaupt weiß sie sehr wenig über sich, ihre Vergangenheit und ihre Familie. Sie ist bei Monstern aufgewachsen, aber sie liebt sie und sie gehören ebenso zu ihr wie die geheimnisvollen, gefährlichen Aufträge, die sie neben ihrem Studium für einen Wunschhändler namens Brimstone erledigt.

Während einer dieser Missionen wird sie von dem Engel Akiva angegriffen. Gerade noch so kann sie sich retten, doch der Zugang nach Anderswo, wie Karou Brimstones Welt nennt, ist zerstört. Nun ist sie mutterseelenalleine und verwirrter denn je. Sie kann nicht aufhören, Zeichnungen von diesem wunderschönen, aber brutalen Engel anzufertigen und auf seltsame Weise fühlt sie sich sogar zu ihm hingezogen. Auch Akiva spürt eine Verbindung zwischen ihnen beiden und macht sich auf die Suche nach ihr. Für beide beginnt eine Reise voller Geheimnisse, voller Hass und Lügen, Erkenntnisse und ja, auch voller Hoffnung, Liebe und Erinnerungen …

Es gibt viele Dinge, die ich richtig klasse an ›Daughter of Smoke and Bone‹ fand:

Zum einen der Schreibstil. Laini Taylor schreibt wunderschön und spannend, es gab keine Passage, die mich das Buch zur Seite legen ließ, dafür aber jede Menge, die ich mir herausschreiben musste, weil ich sie so hübsch und treffend formuliert fand. Durch den personalen Erzähler erhält der Leser Einsicht in die Denkweise beider Protagonisten sowie einer dritten Figur, die erst im letzten Teil des Buches auftaucht, aber ebenfalls eine große Rolle spielt.

Die Idee ist vielleicht keine neue, Geschichten über Engel und Monster gibt es seit Anbeginn der Zeit, aber die Umsetzung ist es definitiv. Zum einen ist da die Darstellung der Engel als Soldaten: Kalt, gnadenlos und voller Rachegelüste, von klein auf ausgebildet für den Krieg. Ich mochte dieses neue Bild, das wenig mit den Frohe Botschaften überbringenden Engeln aus der Bibel hat, sehr. Es machte die Geschichte für mich spannender und man begibt sich als Leser von Anfang an in Grauzonen und weg von der typischen Unterteilung in Schwarz und Weiß. Ich mochte zudem die verschiedenen Legenden und Geschichten zur Entstehung von Himmel und Hölle, von Engeln und Chimären.

Auch hat mir die Tatsache gefallen, dass Karou auf der Seite der Monster steht und man diese dadurch nicht als Feinde, sondern zunächst als Karous Familie und Freunde kennen lernt und sie beginnt ins Herz zu schließen, statt sie für das, was sie sind und für ihr Überleben tun, zu verachten.

Als erfrischend empfand ich auch die Beziehung zwischen Karou und Akiva. Zwar ist relativ schnell klar, dass die beiden sich zueinander hingezogen fühlen, aber dabei wird nicht sofort von Liebe gesprochen. Nein, da entwickelt sich etwas. Und keine einzige Szene wirkte konstruiert oder unnatürlich schnulzig auf mich. Ich konnte mich sofort auf die beiden einlassen. Mit Karou konnte ich mich sowieso von Anfang an wahnsinnig gut identifizieren – nicht nur, weil sie sich genauso sehr wünscht, fliegen zu können, wie ich. Ich hab sie während des Lesens sehr, sehr lieb gewonnen, diese toughe junge Frau, die clever ist und wunderschön und schlagfertig, sich innerlich aber wie ein einsames, kleines Kätzchen (der Vergleich stammt von Karou selbst!) fühlt, das nichts weiter sucht als Geborgenheit und ein Zuhause.

Und zu guter Letzt wären da die ungewöhnlichen Schauplätze. Sowohl der Einblick in das marokkanische Marktleben als auch das geheimnisvolle, alte Prag haben mich gefangen genommen.

Insgesamt ein wirklich gelungener Auftakt einer Trilogie, die ich allen ans Herz lege, die auf nicht ganz so mainstreamige Jugendbücher stehen.

 

Fazit:

›Daughter of Smoke and Bone‹ von Laini Taylor punktet vor allem mit der grandiosen Umsetzung einer Engel-Monster-Geschichte. Mit der Protagonistin Karou konnte ich mich während des Lesens unfassbar gut identifizieren, aber auch einige der Nebencharaktere habe ich lieb gewonnen. Es gab eine, nein eigentlich zwei Liebesgeschichten, die romantisch und herzergreifend, aber an keiner Stelle kitschig oder konstruiert wirkten. Außerdem bietet die gesamte ›Zwischen den Welten‹-Trilogie wunderbaren Zitatestoff.

 

Bewertung:

6 von 6 Regentropfen, wie Wunschknochen geformt, die auf der Erde zu Boden platschen und dort ihre geheimnisvollen Geschichte offenbaren.

Danke fürs Lesen!

Steffi

2 Kommentare:

  1. Hey liebe Steffi,

    den ersten Band dieser Reihe habe ich auch schon im Schrank stehen und nach deiner Rezi habe ich gerade unheimlich Lust darauf ihn zu lesen. Vielleicht sollte ich in im September endlich mal in die Leseliste mit aufnehmen. *g* Mal schauen ob ich Platz finde, aber es klingt ganz so als ob ich unglaublich viel Spaß beim Lesen haben würde. 🙂

    Vielen Dank für deine tolle Rezi.

    Liebe Grüße, Ruby

    1. Liebe Ruby,

      ach, das freut mich jetzt aber sehr, dass ich dir so eine große Lust auf die Reihe machen konnte. Ich hoffe, es ist bald an der Reihe bei dir und gefällt dir genauso gut wie mir.

      Liebe Grüße, Steffi


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