Buchstabenregen  


Kreatives Tagebuch, Eintrag I

Der Beginn meines Masterplans oder wie ich versuche, mein Gehirn auszutricksen

 

Hier soll es also um Kreativität gehen. Hauptsächlich meine eigene. Die in Form von Worten aus meinem Kopf heraus möchte … auf ein Blatt Papier oder die interne Festplatte meines Laptops. Ach was, möchte, sie will da raus und sich der Welt zeigen, unbedingt. Momentan benötige ich dafür allerdings noch etwas Starthilfe. Von euch oder zumindest von dem Gedanken, dass diese virtuellen Tagebucheinträge von jemandem gelesen werden, der darauf setzt, dass ich monatlich von meinen Fortschritten berichte. Denn dieser Gedanke soll mich in gewisser Weise unter Druck setzen und mir dabei helfen, mich wieder regelmäßig auf meine vier Buchstaben zu setzen und Worte in ein Worddokument zu tippen.

Früher, als ich noch zur Schule ging, habe ich, wenn ich am Abend nicht mit Lesen beschäftigt war, unzählige Fanfiktionen und Kurzgeschichten zu eigenen Charakteren verfasst. Mindestens jede Woche 1x (meistens jedoch öfter) gab es ein neues Kapitel auf www.fanfiktion.de und  www.harrypotter-xperts.de. Ich war ein richtiges Fangirl und das Schreiben für mich das Nonplusultra. Manchmal frage ich mich, wo all die Freizeit von damals hin ist, und ob ich sie mir nicht irgendwie wieder zurückholen könnte. Aber wenn ich ehrlich bin, ist es nicht die Zeit, die mir verloren gegangen ist …

Habe ich im jungen Alter von 14/15 Jahren noch voller Enthusiasmus und Naivität jeden Satz aufgeschrieben, den mein Gehirn zu einem bestimmten Thema geformt hat (und sei er noch so simpel, nichtssagend oder hochdramatisch gewesen), fällt es mir dieser Tage schwer, das, was aus meiner Gedankenwelt heraus möchte, freizulassen. Das Problem: Ich bin zu selbstkritisch und grüblerisch geworden!

Ich gehöre mittlerweile zu den Schreiberlingen, die ihre Charaktere in und auswendig kennen, jedes Detail planen und nichts dem Zufall überlassen möchten. Ich weiß ganz genau, wie meine Geschichten verlaufen und wie sie enden werden. Ich gehöre aber auch zu denen, die am liebsten jeden Satz bearbeiten möchten, bis er richtig klingt. Erst einmal alles runterschreiben und im Anschluss redigieren fällt mir unglaublich schwer. Wenn es nicht sofort passt, werde ich schnell frustriert. Überdenke ich jedoch alles, ohne wochenlang ein einziges Wort geschrieben zu haben, werde ich ebenso frustriert. Ihr seht, ich stecke in der Zwickmühle.

Und so kam mir also die Idee mit dem »Kreativen Tagebuch«. Wenn ich es alleine nicht schaffe, mich aufzuraffen und zu trauen, muss ich eben Leute finden, die mir dabei helfen bzw. mein Gehirn austricksen, indem ich mich öffentlich unter Druck setze. Es soll hier nicht nur um ein bestimmtes Projekt gehen (obwohl der Plan natürlich schon ist, in den nächsten Monaten ein Romanprojekt fertig zu bekommen), sondern um das Schreiben, die Titelfindung, das Überarbeiten und die Planung im Allgemeinen. Wie entstehen meine Charaktere, wie merke ich, dass ich sie richtig schreibe, wie viel muss ich von der Storyline kennen, um zu beginnen, wie erfinde ich – wenn nötig – eine Fantasiewelt und so weiter und so weiter.

Zunächst einmal möchte ich jede Woche 1x eine Stunde oder mehr schreiben. Ist das zu einer Art Routine geworden, hat sich das Schreiben hoffentlich ohnehin von alleine verselbstständigt. Sollte dies nicht der Fall sein, werde ich dennoch einen weiteren Tag in der Woche mit hinzunehmen, sodass ich nicht nur 1x die Woche tätig werde, sondern 2x. Am letzten Tag jeden Monats werde ich euch berichten, wie es mir so ergeht.

Ich hoffe, ein paar von euch begleiten mich auf diesem Weg!

Danke fürs Lesen!

Steffi

Ein Kommentar:

  1. Unser Studium hat uns (leider) ein analytisches Textverständnis gelehrt… Lass dich davon aber nicht beirren, denn Kreativität ist stärker als ein paar Jahre Literaturwissenschaft! Ich finde dein Projekt bemerkenswert und würde gerne Helferchen auf dem Weg sein.


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